Montag, 3. September 2012

Abenteuer Ruanda - Baden im Lake Kivu

Baden im Kivu-See - ein bisschen Nervenkitzel gehört einfach dazu
Nach zwei Tagen auf den Beinen war heute mal wieder Totalrelaxing angesagt. Was gibt es dafür besseres, als einen schnuckligen Hotel-Swimmingpool mit bequemen Liegen, kalten Drinks und der Möglichkeit, in einem der einzigartigsten Seen der Welt zu schwimmen - dem Lake Kivu. Also machten wir uns auf die etwa 75 Kilometer lange Strecke hin nach Gisenyi, wozu wir erstmal bis auf etwa 2500 Meter Höhe steigen und dann wieder auf 1470 Meter hinunterfahren mussten. Die Empfehlung kam von Praktikant Greg, der sagte, dass man im Serena-Hotel am Seeufer für ein paar Euro den Pool nutzen und einen schönen Tag haben kann.

Auch Heike wagte sich in das gefährliche Seewasser
Das Hotel war schnell gefunden, ein Platz am Pool ebenso, und dennoch gingen wir zunächst hinunter zum Strand, um dem Lake Kivu unsere Aufwartung zu machen. Der ist wirklich etwas Besonderes. Zum einen ist er der einzige See der Welt, in dem mit zunehmender Tiefe auch Salzgehalt und Temperatur zunehmen. Das liegt an vulkanischen Quellen im Untergrund des bis zu 480 Meter tiefen Sees. Außerdem, und das macht ihn zur tickenden Zeitbombe für die etwa 2 Millionen Bewohner an seinen Ufern: Er gehört zu den drei "explodierenden Seen" auf der Welt. Seen, in denen Kohlendioxid gelöst ist und, wie 1986 in Kamerun geschehen, bei entsprechender Übersättigung an die Oberfläche treten und alles in seinem Umfeld ersticken kann. Dazu kommt, dass es hier in der Umgebung noch aktive Vulkane gibt. Ein Ausbruch 2002 blieb aber zum Glück ohne schlimmere Folgen.

Das ist die Pumpstation, durch die das Methangas strömt
Interessant am Kivu ist sein hoher Methan-Gehalt unterhalb von 250 Metern. Das wird gegenwärtig mit einer Pumpstation und einem Kraftwerk zur Stromerzeugung ausgenutzt, weitere Projekte sind in Vorbereitung. Ob das zum Absenken des Methangehaltes führen kann oder die Gefahr erhört, darüber sind sich offensichtlich die Experten nicht ganz einig. Auf jeden Fall wird schon jetzt der Grundbedarf der Stadt Gisenyi (über 85.000 Einwohner) und der hier befindlichen größten Brauerei des Landes (macht leckere Bierchen) an Strom durch Methangas gedeckt.

Eine andere Gefahr, die uns erst hier bewusst wurde, ist die Nähe zur Demokratischen Republik Kongo. Die Stadt Goma, drei Kilometer von unserem Relax-Plätzchen entfernt, ist seit langer Zeit hart umkämpft zwischen Rebellen und Regierung. Die Bürgerkriegs-Frontlinie verläuft 20 Kilometer vor der Stadt, also wirklich nicht weit weg. Das ist ehrlich gesagt ein ziemlich beschissenes Gefühl und zeigt, wie nah Freud und Leid auf dieser Welt zusammenliegen.

Heike an der Poolbar mit Poolbär
Impression in Grenznähe
Wir haben also heute wieder einiges gelernt, und uns offensichtlich ganz schön den Pelz verbrannt. Und das, obwohl wir die meiste Zeit unter dem Sonnenschirm lagen. Wir waren ausgiebig schwimmen, Heike nur im Pool, ich auch im See, der tatsächlich wärmer war. Der Burger, den wir uns zum Mittag gönnten, war exzellent. Der Eiskaffee kurz vor der Abfahrt ebenso. Vom Tonic, den es hier wie in Tansania gibt (Krest) können wir ohnehin nicht genug bekommen, schon gar nicht, wenn er so eisgekühlt an einem warmen Tag daher kommt wie hier. Der Ausflug hat sich also auf jeden Fall gelohnt.

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