Posts mit dem Label Baguida werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Baguida werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 6. Mai 2013

Getrennte Wege

Heike mit Elees Mama und Melanie bei unseren Freunden
Heike und ich haben uns getrennt. Nein, keine Angst. Nur für drei Tage. Nachdem wir Elee und Familie jedes Wochenende hier bei uns zu Gast hatten, wollte Heike nun mal erleben, wie es dort bei ihnen ist. Sie wohnen auf der anderen Seite von Lomé, haben sich dort vor fünf Jahren ein Häuschen gebaut. Mit einer großen Mauer drum herum, wie es hier so üblich ist. Dort haben sie ein paar Jahre nach dem Einzug Strom bekommen, inzwischen gibt es sogar fließend Wasser auf dem Grundstück – ein Luxus, den sich in dem langsam entwickelnden Wohngebiet noch nicht jeder leisten kann. Und so können sie auch ein bisschen vom Wasser weiterverkaufen. Außerdem macht Delphine Säfte, aus Baobabfrüchten zum Beispiel. Oder Zitronen. Und einen leckeren roten Saft aus den Blüten einer Feldfrucht. Auch damit verdienen sie sich ein bisschen was dazu.

Samstag, 4. Mai 2013

Auswärts essen

Heute waren wir mit Elee und Familie auswärts essen. Dass der Fußweg in die Gaststätte nicht die zehn Minuten lang sein würde, die Elee uns gesagt hatte, war mir schon klar. Es dauerte fast die dreifache Zeit, bis wir entlang der gut befahrenen Hauptstraße, immer wieder geblendet von den unmöglichen Lampeneinstellungen, die Kneipe erreichten. In einer Nebenstraße war links die Küche, auf der anderen Straßenseite die Sitzplätze. Es gab kein Licht, dafür wenigstens laute Musik, die die Autos übertönte. Da ich nichts esse, das ich nicht kenne, wenn ich es nicht wenigstens sehen kann, bestellte ich mir ein Omelette mit Baguette. Heike war mutiger und wollte Fisch. Und sie war wie so oft die Letzte, die ohne Essen da saß. Es kam aber diesmal nicht einfach so später, man hatte es einfach vergessen, in der Küche zu bestellen. So wie man uns auch Getränkeflaschen auf den Tisch stellte, ohne sie zu öffnen. Aber gut, irgendwann kam auch Heikes Essen. Und zwar der Kopf des Fischs. Den sie umgehend zurückgab. Es dauerte ein bisschen, dann wurde ihr die grätenreiche Schwanzflosse vorgesetzt. Also ich war mit meinem Omelette wirklich sehr zufrieden.

Alles Gute zum Geburtstag

Heute ist es soweit, Anke L. aus M. hat Geburtstag. Sie wird zum zweiten Mal 25 - und dazu gratulieren wir und fast ganz Afrika herzlich.

Und da wir vorige Woche unterwegs waren,  wollen wir es heute nicht versäumen, auch Ines G. aus I. nachträglich zum  Jubiläum zu gratulieren.

Mädels, alles Gute für die nächsten 50 - wir freuen uns schon auf die Nachfeiern.

Sonntag, 21. April 2013

Im Pfahldorf Ganvie oder Manche haben ein Rad ab

Die Pfahldörfer nördlich von Cotonou sind eine Hauptattraktion Benins
Nach einem aufregenden und erlebnisreichen Tag sind wir wieder in Togo angekommen und genießen die Meeresbrise auf unserer Terrasse. Dabei begann alles ganz friedlich, wenn auch wegen afrikanischer Zeitrechnung nicht ganz zu der Zeit, die wir uns vorgestellt hatten. Wir fuhren zum Lac Nokoue, ein riesiger See nördlich von Cotonou, wo es seit den Zeiten der Sklaverei Pfahldörfer gibt. Dorthin, in die sumpfigen und je nach Jahreszeit überschwemmten Randzonen, hatten sich weite Teile der Bevölkerung zurückgezogen, um der Sklaverei zu entgehen. Sie bauten ihre Häuser auf Pfählen, und logischerweise spielte sich das Leben hauptsächlich auf dem Wasser ab. 

Montag, 15. April 2013

Nächtliche Überraschung

Das war der schönste Blitz, den ich nach vielen Versuchen aufs Bild bannen konnte. Die Punkte rechts unten sind Schiffe.
Immer, wenn Elee und Familie abgereist sind, regnet es. Das war in der Nacht nach Ostermontag so, in der Nacht nach dem darauffolgenden Sonntag, und auch in dieser Nacht. Nur dass es diesmal gar nicht so aussah. Zwar waren in der Ferne am Abend ein paar dunkle Wolken zu sehen, aber nur ganz leicht ein bisschen Wetterleuchten. Und der Wind kam aus der entgegengesetzten Richtung. Irgendwann wachten wir dann aber von heftigem Wind auf und schlossen schnell die Fenster. Wir holten die Plastestühle von der Terrasse, die beim letzten Gewitter hin und her gewandert waren, und spürten schon die ersten Tropfen, begleitet von dem sich immer wieder erhellenden Himmel.

Samstag, 6. April 2013

Geburtstag mit kleinen und großen Kindern

Topfschlagen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad
Heute ist Melanie vier Jahre alt geworden. Quatre. Wie sie so schön mit ihrem offenen, strahlenden Lächeln sagt, während sie einen mit ihren großen Augen anschaut. Melanie ist die jüngste Tochter von unseren Freunden Delphine und Elee, und wir waren es, die ihr diesen Rufnamen – oder Hausnamen, wie man hier sagt – aussuchen durften. Meist werden die Kinder hier aber in den ersten Jahren mit einer Verniedlichung ihres Namens gerufen. Melanie heißt so Meme, ihre ältere Schwester Elodie hört auf Elo und der große Bruder Geraldo auf Gege (Jeje gesprochen).

Sonntag, 31. März 2013

Ostern mal anders

Ostereiersuche war für alle hier eine ganz neue Erfahrung
Ostern ist hier in Togo tatsächlich noch ein christliches Fest. Man geht in die Kirche oder man lässt es, aber weiß, dass man es eigentlich tun könnte. Man kann an den Straßen religiöse Bilder kaufen. Aber das war es dann auch schon. Für unsere Freunde war es deshalb eine besondere Überraschung, als wir sie am heutigen Ostersonntag auf der Terrasse zusammenriefen, um ihnen von Elee als Übersetzer die Tradition des Ostereierversteckens nahezubringen. Wir hatten Schokoladenostereier und zwei Bälle gekauft, dazu noch einige Schlüsselbänder, Handy- und Gürteltaschen sowie ein paar andere kleine Geschenke aus Deutschland mitgebracht (ja, die haben wir erst mit nach Tansania genommen). Und die hatten wir im Garten versteckt. Nicht zu schwer, denn wir haben es ja schließlich mit Ostereiersuchneulingen zu tun.

Samstag, 30. März 2013

Schwitzen rund um die Uhr

Im Meer hält man es aus - und sich am einzigen Schwimmer fest
Der März ist in Togo der heißeste Monat des Jahres. Gut, das haben wir gewusst. Dass er aber auch unmittelbar am Meer dermaßen heiß ist, haben wir unterschätzt. Die Temperatur geht kaum mal unter die 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit bleibt zumeist beharrlich oberhalb der 80-Prozent-Grenze. Das fühlt sich etwa so an, als würde man in einem großen nassen Schwamm umher spazieren. Da kann nur die unmittelbar einwirkende Meeresbrise etwas helfen.

Freitag, 29. März 2013

Grüße aus Togo

Der Blick von der Terrasse an unserem Schlafzimmer auf das Meer
Ja, wir sind tatsächlich angekommen. Zwar hatte Ethiopian Airlines kurzerhand unseren Flug erst einmal nach Accra, in die Hauptstadt Ghanas, verlängert. Was konkret bedeutete, dass wir unseren Freunden quasi schon von oben winken konnten, als wir Lomé überquerten. Noch einmal zwei Stunden Wartezeit und einen 28-Minuten-Hüpfer später waren wir endlich da.

Da wir noch kein Visum hatten, mussten wir diesmal zwei Formulare ausfüllen. Und 25 Dollar pro Kopf bezahlen. Dann ging die Ausstellung erstaunlich schnell, all unser Gepäck war da und wir kamen ohne Probleme durch die Gepäckkontrolle, obwohl wir zwei Koffer öffnen mussten. Draußen warteten Elee und sein Bruder Roger mit einer Büchse voll mit Beckers Premium-Pils - eine schöne Überraschung. Die nächste erlebten wir, als sich die üble Holperpiste nach Baguida als nunmehr feine vierspurige Asphaltstraße erwies, was die Fahrzeit selbstverständlich deutlich verkürzte.

Elee (links), Roger und das Beckers Premium-Pils (Mitte)
Hatten wir geglaubt, temperaturtechnisch keine Probleme zu haben, so wurden wir schnell eines besseren belehrt. 35 Grad bei über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit machen auf Dauer nicht wirklich Spaß. Aber wir müssen in der Hitze ja zum Glück nicht arbeiten, sondern können uns entspannen.

Im Haus in Baguida, dem Chateau de la Mer, warteten schon Delphine und die Kinder und fielen uns jubelnd in die Arme. Selbst bei Melanie keine Spur mehr von Angst vor uns Weißen. Es war richtig rührend, und besonders gefreut haben wir uns, dass sie uns alle in Deutsch begrüßt haben. Es ist schön, wieder hier zu sein.