Heute waren wir mit Elee und Familie auswärts
essen. Dass der Fußweg in die Gaststätte nicht die zehn Minuten lang sein würde,
die Elee uns gesagt hatte, war mir schon klar. Es dauerte fast die dreifache
Zeit, bis wir entlang der gut befahrenen Hauptstraße, immer wieder geblendet
von den unmöglichen Lampeneinstellungen, die Kneipe erreichten. In einer
Nebenstraße war links die Küche, auf der anderen Straßenseite die Sitzplätze.
Es gab kein Licht, dafür wenigstens laute Musik, die die Autos übertönte. Da
ich nichts esse, das ich nicht kenne, wenn ich es nicht wenigstens sehen kann,
bestellte ich mir ein Omelette mit Baguette. Heike war mutiger und wollte
Fisch. Und sie war wie so oft die Letzte, die ohne Essen da saß. Es kam aber
diesmal nicht einfach so später, man hatte es einfach vergessen, in der Küche
zu bestellen. So wie man uns auch Getränkeflaschen auf den Tisch stellte, ohne
sie zu öffnen. Aber gut, irgendwann kam auch Heikes Essen. Und zwar der Kopf
des Fischs. Den sie umgehend zurückgab. Es dauerte ein bisschen, dann wurde ihr
die grätenreiche Schwanzflosse vorgesetzt. Also ich war mit meinem Omelette wirklich
sehr zufrieden.
Der Traum vom Auswandern – Thomas, Heike und Travelling Pooh haben ihn sich erfüllt und erleben den Alltag nun in Tansania mit völlig neuen Facetten.
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Samstag, 4. Mai 2013
Alles Gute zum Geburtstag
Und da wir vorige Woche unterwegs waren, wollen wir es heute nicht versäumen, auch Ines G. aus I. nachträglich zum Jubiläum zu gratulieren.
Mädels, alles Gute für die nächsten 50 - wir freuen uns schon auf die Nachfeiern.
Mittwoch, 24. April 2013
No go in Togo
Der Fetisch-Markt von Lomé war einst eine echte Attraktion, kann man älteren Reiseführern entnehmen. Vor einigen Jahren wurde er an die Peripherie in den Stadtteil Akodésséwa verlegt. Dort ist er immer noch, aber nicht nur weit vom Zentrum entfernt, sondern auch weit davon, eine Attraktion zu sein.
Bei unserer Ankunft auf dem weitgehend schattenfreien, staubigen Karree sahen wir zunächst nur viele an den Außenseiten aufgereihte Tische mit diversen tierischen Produkten. Dann kamen hinter diesen Tischen sechs Männer hervorgesprungen und liefen für afrikanische Verhältnisse beachtlich schnell auf uns zu. Der Grund wurde uns sogleich klar.
Bei unserer Ankunft auf dem weitgehend schattenfreien, staubigen Karree sahen wir zunächst nur viele an den Außenseiten aufgereihte Tische mit diversen tierischen Produkten. Dann kamen hinter diesen Tischen sechs Männer hervorgesprungen und liefen für afrikanische Verhältnisse beachtlich schnell auf uns zu. Der Grund wurde uns sogleich klar.
Sonntag, 21. April 2013
Im Pfahldorf Ganvie oder Manche haben ein Rad ab
| Die Pfahldörfer nördlich von Cotonou sind eine Hauptattraktion Benins |
Samstag, 20. April 2013
Auf nach Cotonou
| Das ist nicht einfach nur ein abgesoffener Gemüsestand, davor das ist die ebenso abgesoffene Straße |
Dienstag, 16. April 2013
Zeit spielt keine Rolle
Die zweite Visabeantragung stand heute an, diesmal im Konsulat von Benin. Zwei Passbilder brauchten wir diesmal nur, dafür aber eine Kopie von Pass und Togo-Visum auf einer Seite. Deshalb hatten wir uns zunächst mit Elee um 11 Uhr im Goetheinstitut verabredet, um die Kopien dort zu machen, dann das Visum zu beantragen und uns dann noch mit Victor zu treffen, ein anderer Deutschlehrer, den wir schon zweimal in Lomé besucht haben und der auch schon einmal in Arnstadt bei uns war. Wir hofften von ihm ein paar Informationen für unsere Ghana-Reise zu erhalten, da Elee uns da nicht sehr weiterhelfen konnte.
Montag, 15. April 2013
Gewaltsame Proteste
In Lomé brodelt es. Die Bevölkerung ist unzufrieden mit der Regierung, die Einkommen sind niedrig, die Lebenshaltungskosten steigen. Zurzeit sind es vor allem die Lehrer der staatlichen Schulen, die auf die Barrikaden gehen, Seit zwei Jahrzehnten ohne Gehaltserhöhung sind viele nicht mehr in der Lage, mit ihrem Job ihre Familien zu ernähren. Das wirkt sich selbstverständlich auch auf den Unterricht aus, die Pädagogen sind demotiviert, machen Dienst nach Vorschrift. Und das in Klassen, in denen 60 Kinder eine normale Zahl sind. In den vergangenen Tagen gab es schon mehrfach Streiks, die Schulen blieben geschlossen. Und Demonstrationen. Begleitet von Warnungen der Deutschen Botschaft hier in Lomé, dem Treiben möglichst fernzubleiben.
Und das mit voller Berechtigung. Die Opposition steht hinter den Protesten, versucht, Stimmung gegen die Regierung zu machen. Die reagiert zum Teil mit Demonstrationsverboten, zum Teil mit massiven Polizeiaufgeboten. Schon kurz nach unserer Ankunft war ein Mann bei einer Demo ums Leben gekommen. Heute nun war es bei einer Schülerdemonstration ein 12-Jähriger, der von der Polizei getötet wurde. Genauere Informationen über die Umstände gibt es nicht. Aber es ist zu erwarten, dass das in den kommenden Tagen für weitere Demonstrationen und Zusammenstöße führen wird, wenn die bis ende der Woche angesetzten Gespräche zwischen Regierung, Gewerkschaft und Opposition zu keinem zufrieden stellenden Ergebnis führen. Da ist es vielleicht ganz gut, dass wir das Wochenende erst einmal in Benin verbringen und von Montag bis Freitag nach Ghana reisen.
Und das mit voller Berechtigung. Die Opposition steht hinter den Protesten, versucht, Stimmung gegen die Regierung zu machen. Die reagiert zum Teil mit Demonstrationsverboten, zum Teil mit massiven Polizeiaufgeboten. Schon kurz nach unserer Ankunft war ein Mann bei einer Demo ums Leben gekommen. Heute nun war es bei einer Schülerdemonstration ein 12-Jähriger, der von der Polizei getötet wurde. Genauere Informationen über die Umstände gibt es nicht. Aber es ist zu erwarten, dass das in den kommenden Tagen für weitere Demonstrationen und Zusammenstöße führen wird, wenn die bis ende der Woche angesetzten Gespräche zwischen Regierung, Gewerkschaft und Opposition zu keinem zufrieden stellenden Ergebnis führen. Da ist es vielleicht ganz gut, dass wir das Wochenende erst einmal in Benin verbringen und von Montag bis Freitag nach Ghana reisen.
Nächtliche Überraschung
| Das war der schönste Blitz, den ich nach vielen Versuchen aufs Bild bannen konnte. Die Punkte rechts unten sind Schiffe. |
Immer, wenn Elee und Familie abgereist sind, regnet es. Das war in der Nacht nach Ostermontag so, in der Nacht nach dem darauffolgenden Sonntag, und auch in dieser Nacht. Nur dass es diesmal gar nicht so aussah. Zwar waren in der Ferne am Abend ein paar dunkle Wolken zu sehen, aber nur ganz leicht ein bisschen Wetterleuchten. Und der Wind kam aus der entgegengesetzten Richtung. Irgendwann wachten wir dann aber von heftigem Wind auf und schlossen schnell die Fenster. Wir holten die Plastestühle von der Terrasse, die beim letzten Gewitter hin und her gewandert waren, und spürten schon die ersten Tropfen, begleitet von dem sich immer wieder erhellenden Himmel.
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Donnerstag, 11. April 2013
Mit dem Taxi über den Markt
Autofahren in Lomé unterscheidet sich deutlich von dem in Moshi. Und das nicht nur, weil hier Rechtsverkehr herrscht. Da ist zum einen die Zahl der Fahrzeuge, vor allem der Zweiräder. Unmengen Mopeds und Motorräder fahren hier. Und zumeist, wie es ihnen passt. Gerne auch mal entgegen der Fahrtrichtung, auf vierspurigen Straßen findet man sie rechts, links, in der Mitte und diagonal zwischen den Autos kurven. An den Ampelkreuzungen, von denen es im Vergleich zu unserem vorigen Besuch hier deutlich mehr gibt, schieben sich die Zweiräder an den Pkw vorbei, zur Not auch vor die erste Reihe, und starten dann in einem wilden Gewimmel.
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Dienstag, 9. April 2013
Gesunder Büroschlaf
| Ein Schläfchen in Ehren - vor unserem Haus |
Samstag, 6. April 2013
Geburtstag mit kleinen und großen Kindern
| Topfschlagen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad |
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Dienstag, 2. April 2013
Ärger mit Togocell
Internet in Afrika war bisher immer eine einfache Sache. Man kauft sich eine Telefonkarte, manchmal muss man sich registrieren, dann erwirbt man Guthaben und sucht sich am Handy einen Datentarif aus, den man mit dem Guthaben bezahlt. Das konnte man in Tansania per Menü oder SMS machen, in den südafrikanischen Ländern, die wir bereisten, immer über das Menü. Nie musste ich dafür eine Hotline in Anspruch nehmen oder gar ein Office aufsuchen. Dazu noch den Zugangspunkt erstellt (was ganz einfach ist, wenn man einmal weiß, wie), schon konnte man surfen. In Tansania zum Beispiel für 10 Euro pro Monat ein Volumen von 5 Gigabyte.
Sonntag, 31. März 2013
Ostern mal anders
| Ostereiersuche war für alle hier eine ganz neue Erfahrung |
Samstag, 30. März 2013
Schwitzen rund um die Uhr
| Im Meer hält man es aus - und sich am einzigen Schwimmer fest |
Freitag, 29. März 2013
Grüße aus Togo
| Der Blick von der Terrasse an unserem Schlafzimmer auf das Meer |
Ja, wir sind tatsächlich angekommen. Zwar hatte Ethiopian Airlines kurzerhand unseren Flug erst einmal nach Accra, in die Hauptstadt Ghanas, verlängert. Was konkret bedeutete, dass wir unseren Freunden quasi schon von oben winken konnten, als wir Lomé überquerten. Noch einmal zwei Stunden Wartezeit und einen 28-Minuten-Hüpfer später waren wir endlich da.
Da wir noch kein Visum hatten, mussten wir diesmal zwei Formulare ausfüllen. Und 25 Dollar pro Kopf bezahlen. Dann ging die Ausstellung erstaunlich schnell, all unser Gepäck war da und wir kamen ohne Probleme durch die Gepäckkontrolle, obwohl wir zwei Koffer öffnen mussten. Draußen warteten Elee und sein Bruder Roger mit einer Büchse voll mit Beckers Premium-Pils - eine schöne Überraschung. Die nächste erlebten wir, als sich die üble Holperpiste nach Baguida als nunmehr feine vierspurige Asphaltstraße erwies, was die Fahrzeit selbstverständlich deutlich verkürzte.
| Elee (links), Roger und das Beckers Premium-Pils (Mitte) |
Hatten wir geglaubt, temperaturtechnisch keine Probleme zu haben, so wurden wir schnell eines besseren belehrt. 35 Grad bei über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit machen auf Dauer nicht wirklich Spaß. Aber wir müssen in der Hitze ja zum Glück nicht arbeiten, sondern können uns entspannen.
Im Haus in Baguida, dem Chateau de la Mer, warteten schon Delphine und die Kinder und fielen uns jubelnd in die Arme. Selbst bei Melanie keine Spur mehr von Angst vor uns Weißen. Es war richtig rührend, und besonders gefreut haben wir uns, dass sie uns alle in Deutsch begrüßt haben. Es ist schön, wieder hier zu sein.
Samstag, 23. März 2013
Und wieder mal eine Flugplanänderung
Es scheint, also wollte uns irgendwas noch nicht auf Tansania weglassen. Als ich heute morgen schauen wollte, ab wann wir online einchecken können, freute ich mich zunächst über die 48 Stunden vorher, die Etiopian Airlines dafür anbietet. Einmal auf der Seite checkte ich unsere Flugzeiten, nicht dass es noch eine Änderung gibt. Gab es tatsächlich, und zwar von 4.05 Uhr auf 4.25 Uhr. Da habe ich mir noch nichts bei gedacht. Hatten ja schließlich zwei Stunden und zehn Minuten Zeit in Addis.
Mittwoch, 16. Juli 2008
Abschied von Freunden
Die Abreise rückt näher. Es geht schon ans Zählerablesen und Kaution verrechnen. Noch einmal mache ich mich mit Elee auf, diesmal zur Post, um die Karten abzusenden, sowie in die Universität, um die Rückflüge noch einmal zu checken. Auch hier wieder diese Anerkennung, einfach dafür, dass ich in dieses Land gekommen bin – es ist erstaunlich und erschreckend zugleich. Fast scheint es, als glaube man hier, einen solchen Besuch nicht wert zu sein. Was für ein Unsinn. Man ist es. Und das weit mehr als viele Bewohner unserer Breiten, die nie in der Lage wären, Fremden, noch dazu mit anderer Hautfarbe, mit so viel Offenheit und Herzlichkeit zu begegnen.
Besuch in der Schule
Majas
Fieber ist zurückgegangen, die Bauchschmerzen leider geblieben und noch durch
Übelkeit bis hin zum Erbrechen ergänzt worden. Immerhin aß sie zum Frühstück
eine zerquetschte Banane, leider war der keine allzu lange Verdauung bestimmt.
Während sie sich zuhause ausruhte, liefen wir zu Elees Schule, in der auch
Delphine arbeitet. Ein für hiesige Verhältnisse absolut riesiges Gelände
beherbergt den Ziegelbau, der aufgrund der Ferien fast menschenleer war. Hier
trafen wir die erste Katze in Togo – für Geraldo und Elodie augenscheinlich ein
echter Angstmacher – sowie den schon bekanten Direktor, schauten uns die Pilzzucht
an, mit der man sich hier etwas hinzuverdient, um arme Schüler unterstützen zu
können, und stießen einmal mehr auf regelrechte Begeisterung, wenn die Menschen
erfuhren, wer wir sind, woher wir kommen und was uns nach Togo geführt hat. Dienstag, 15. Juli 2008
Maja hat Malaria
Maja
ging es heute Morgen nicht besser, so dass wir uns entschieden, die geplante
Tour in Richtung Norden nach Atakpame ausfallen zu lassen und stattdessen einen
Ruhetag einzulegen. Zumindest wollten wir uns aber die Baustelle von Elees Haus
ansehen und fuhren deshalb die schon bekannte Strecke in Richtung Kpalime bis
an die Stadtgrenze. Hier ging es dann über die bisher huckligsten Buckelpisten
immer weiter in die Natur, zwischendurch gab es mal nur Mais und Bäume, dann
kamen wieder ein paar Häuser, und nach zahlreichen weiteren Ecken waren wir
dann am Grundstück. Hier ist ein neues Wohngebiet im Entstehen, allerdings
völlig anders, als man es in Deutschland gewohnt ist. Die Erschließung solcher
Wohngebiete erfolgt erst im Nachhinein, nicht wie bei uns vorher. Hier sucht
man zunächst eine Wasserstelle – dafür hatte schon jemand in der Umgebung
gesorgt. Dann schafft man eine Zufahrt – die Bezeichnung Straße wäre völlig
unangemessen, selbst Feldweg trifft es nicht wirklich. Und dann baut man schon
die Häuser.
Montag, 14. Juli 2008
Ausflug nach Kpalimé
Das
Programm geht weiter, diesmal stand ein Ausflug in das Landesinnere an. Die
Region um Elees Geburtsstadt Kpalime war das Ziel. Leider wieder ohne Delphine,
die arbeiten musste. Obwohl wir das Gefühl hatten, hier schon am Stadtrand zu
sein, dauerte es noch eine ganze Zeit, bis wir tatsächlich die ununterbrochene
Bebauung hinter uns gelassen hatten. Es wurden immer weniger Autos und
Zweiräder, hinter einer Mautstelle waren wir stellenweise fast allein unterwegs
auf einer überwiegend in sehr gutem Zustand befindlichen Straße. Mensa nutzte
das weidlich aus, bis knapp über 160 trieb er die Tachonadel und brachte uns so
unserem ersten Ziel schnell näher. Und das war nicht irgendetwas, sondern der
höchste Berg Togos. Der Pic D’Agou sorgt für eine Gemeinsamkeit Thüringens mit
Togo. Mit seinen 986 Metern fehlt ihm nämlich ebenso wie dem Großen Beerberg
nur eine Winzigkeit zum Tausender. Vor etwa 200 Jahren soll diese Schallgrenze
hier sogar noch erreicht worden sein – die regenbedingte Erosion ließ den
sandigen Gipfel aber schrumpfen.
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